Erkenne dich selbst –
Anthropologische Perspektiven
31. Internationaler
Hegel-Kongress der Internationalen Hegel-Gesellschaft
Zum Abschluss der Ausgabe: G.W.F. Hegel, Gesammelte Werke
Zum Abschluss der Ausgabe: G.W.F. Hegel, Gesammelte Werke
17. - 20. Mai 2016, Bochum
In Kooperation mit der Internationalen Hegel-Gesellschaft und der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften und
der Künste veranstaltet vom Forschungszentrum für Klassische
Deutsche Philosophie / Hegel-Archiv der Ruhr-Universität Bochum.
Programmbeschreibung
„Erkenne dich selbst“ – Hegel nennt diesen Satz ein „absolutes Gebot“ und
stellt ihn seiner ganzen Philosophie des Geistes voran. Um die Selbsterkenntnis
individueller Neigungen und Schwächen geht es ausdrücklich nicht, auch nicht um
sogenannte Menschenkenntnis, die solche Dispositionen bei anderen Menschen
erforscht. Dies alles mag es geben, aber es ist in Hegels Augen trivial. Wenn
Hegel mit dem absoluten Gebot des „Erkenne dich selbst“ seine Philosophie des
Geistes eröffnet, dann ist dies gemeint: die „Erkenntnis des Wahrhaften des
Menschen wie des Wahrhaften an und für sich – des Wesens selbst als Geistes“.
Was aber ist das „Wahrhafte des Menschen“? Das ist die alte und ganz
aktuelle Frage der Anthropologie. Wie kaum eine andere Disziplin ist die
Anthropologie in den letzten Jahren ins Zentrum des Interesses gerückt,
innerhalb der Philosophie und in vielen anderen Bereichen. Und wie immer ist
die Konjunktur der Anthropologie Ausdruck einer Krise – wenn wir sicher wüßten,
worauf es ankommt, würden wir die Frage nach dem Menschen nicht stellen.
„Erkenne dich selbst – Anthropologische Perspektiven“: In systematischer
und gegenwartsbezogener Absicht will der 31. Internationale Hegel-Kongreß in
Bochum diskutieren, welche Perspektiven auf das „Wahrhafte des Menschen“ die
Philosophie Hegels erschließt, wo sie überzeugt und wo sie problematisch oder
renovierungsbedürftig ist. Zur Diskussion steht Hegels gesamte Philosophie des
Geistes, die ausdrücklich auf ihre anthropologischen Potentiale hin befragt
werden soll. Man darf vom Menschen sprechen und nicht nur vom „Subjekt“. Unter
anthropologischem Aspekt sind auch die Logik und die Naturphilosophie neu zu
untersuchen. Und nicht zuletzt steht derjenige Teil der Enzyklopädie zur
Diskussion, dem Hegel selbst den Titel „Anthropologie“ gegeben und zu dem er
mehrfach die jetzt veröffentlichten Vorlesungen gehalten hat. Im Übergang von
der Naturphilosophie zur Philosophie des Geistes hat er hier Einsichten über
das menschliche Leben einschließlich seiner Pathologien formuliert, die bis
heute noch gar nicht ausgeschöpft sind.
Passend zur thematischen Ausrichtung des Kongresses liefert die Edition der
Vorlesungsmitschriften in der Ausgabe „G.W.F. Hegel, Gesammelte Werke“ ganz
neues Material: von der Logik über die Naturphilosophie, die Philosophie des
subjektiven Geistes, die Philosophie des Rechts und die Philosophie der
Weltgeschichte bis hin zur Philosophie der Kunst und der Religion. Zum Abschluß
der von der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften und der Künste getragenen
Ausgabe im Jahr 2016 wird der 31. Internationale Hegel-Kongreß in Bochum
veranstaltet – ein willkommener Anlaß, die roten Bände nicht feierlich ins
Regal, sondern Hegels hier dokumentierten Beitrag zum Erkenntnisprogramm der
Anthropologie produktiv zur Debatte zu stellen.
Die Kongreßsprachen sind Deutsch, Englisch und Französisch.
